Zürichsee

Gemeinden streichen die Obersee-Rundfahrt

Der Obersee wird in Zukunft nur noch einmal täglich mit dem Kursschiff befahren: Die zweite Obersee-Rundfahrt wird gestrichen. Es waren zu wenig Passagiere unterwegs.

Die Zürichsee-Schifffahrt kämpft seit der Einführung des Schiffszuschlags mit sinkenden Passagierzahlen.

Die Zürichsee-Schifffahrt kämpft seit der Einführung des Schiffszuschlags mit sinkenden Passagierzahlen. Bild: Manuela Matt

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Die Passagierzahlen auf dem Zürichsee sinken massiv. Schuld daran ist der Schiffszuschlag. Jetzt hat der Rückgang der Fahrgäste auch Folgen beim Fahrplan: 2018 fällt eine von zwei Rundfahrten auf dem Obersee ab Rapperswil weg. Martin Stöckling, Stadtpräsident von Rapperswil-Jona (FDP) bestätigt auf Anfrage entsprechende Informationen der «Zürichsee-Zeitung». In der Hochsaison fuhren die beiden Schiffe täglich, in der übrigen Sommersaison nur am Sonntag.

Die zweite Rundfahrt Richtung Schmerikon wurde 2012 auf Wunsch der Obersee-Gemeinden eingeführt und finanziert. Sie war bereits 2015 bedroht. Damals wollten die Schwyzer Gemeinden Altendorf, Freienbach und Lachen nicht mehr den vollen Beitrag bezahlen, weil das Kosten-Nutzen-Verhältnis für sie nicht mehr stimmte. 2016 rettete die Zürichsee-Schifffahrt (ZSG) mit einem Kompromiss die Saison und deckte einen Teil der Kosten von 259000 Franken selbst.

Neue Lösung gesucht

Für die Saison 2017 und als langfristige Lösung kalkulierte die ZSG dann mit einem kleineren Schiff. Die Beiträge für die einzelnen Gemeinden sanken: Rapperswil-Jona finanzierte das Angebot in diesem Jahr mit 87000 Franken, Freienbach mit 43000 Franken. Schmerikon und Lachen bezahlten Beträge von knapp unter 20000 Franken. «Das Angebot wurde zuwenig genutzt», betont Simon Elsener, Präsident von Rapperswil-Zürichsee Tourismus. Dass die sinkenden Fahrgastzahlen wegen des Schiffszuschlages die Streichung des Kurses beschleunigt haben, bestreitet er.

Klar ist: Gemeinden und Tourismus wollen die zweite Rundfahrt nicht ganz sterben lassen. «Wir suchen eine attraktive Lösung», sagt Stöckling. «Dafür kommen verschiedene Anbieter in Frage.» Übersetzt heisst das: Nebst der ZSG werden auch Angebote privater Anbieter geprüft. Vor 2019 werde es allerdings keine Lösung geben, sagt Elsener.

Die Zürcher Gemeinden am See sind vom Wegfall des Kurses nur indirekt betroffen. Während das Schiff heute in Zürich um 8.05 Uhr ablegt, wird der Kurs 101 in Zukunft erst um 11.15 Uhr den Bürkliplatz verlassen. Das erste Schiff von Zürich nach Rapperswil startet damit zukünftig erst um 9.30 Uhr.

Die ZSG wollte die Streichung von einer der beiden Obersee-Rundfahrten gestern Sonntag nicht kommentieren. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.09.2017, 18:23 Uhr

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