Schifffahrt

Bei der Schifffahrt ist schon Sommerzeit

Am ­Freitag hat die Sommersaison der Zürichsee-Schifffahrt begonnen. Das Motorschiff Limmat war als erstes auf dem See unterwegs – zur morgendlichen grossen Rundfahrt.

Von Stäfa aus steuert das MS Limmat nun weiter Richtung Rapperswil. Mit der grossen Rundfahrt eröffnet es die Sommersaison 2016.

Von Stäfa aus steuert das MS Limmat nun weiter Richtung Rapperswil. Mit der grossen Rundfahrt eröffnet es die Sommersaison 2016. Bild: Sabine Rock

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Karfreitagmorgen, halb zehn Uhr am Bürkliplatz. Himmel und See verschwimmen grau in grau in­einander, und eine kühle Bise weht. Durch den leichten Nieselregen steuert das Motorschiff Limmat von der Werft in Wollishofen auf den Ladesteg am Bürkliplatz zu. Kurz dar­auf fallen die Absperrketten am Quai rasselnd zu Boden, die Schiebetür auf dem Schiff öffnet sich, Leinen werden ausgeworfen und die Zugangsbrücke herausgeschoben.

Es ist dies eine besondere Ankunft der Limmat: Am Bürkliplatz beginnt die grosse Rundfahrt – und mit ihr die Sommersaison der Zürichsee-Schifffahrt (ZSG). Sie fängt heuer wegen ­Ostern besonders früh an, denn der Saisonbeginn richtet sich nach Karfreitag. «Ist Ostern später im Jahr, dann starten wir am ersten Sonntag im April», sagt Conny Hürlimann, Leiterin Marketing und Kommunikation der ZSG. Trotz des frühen Saisonbeginns seien fast alle der 17 Schiffe bereit; sie wurden den Winter über revidiert. Nur beim Motorschiff Linth und beim Dampfschiff Stadt Rapperswil verzögert sich der Saisonstart aufgrund ­geplanter Sanierungsarbeiten.

Viele Stammgäste

Nur gerade eine Handvoll Passagiere steigt am Bürkliplatz zu. Die meisten von ihnen nutzen die morgendliche Fahrt für ein Frühstück. Nina Ladreiter ist für den Service an Deck verantwortlich. Damit gehört sie nicht zur eigentlichen Crew der ZSG, da die Gas­trosparte von einem separaten Unternehmen geführt wird.

«Der erste Tag der Saison ist immer etwas Besonderes», sagt Servicefrau Ladreiter. Sie sei ­gespannt und freue sich auf die kommenden Wochen. Die 25-jährige Österreicherin ist bereits die dritte Saison mit dabei und hat inzwischen die Teamleitung auf der Limmat inne. Den Winter über arbeitet sie zu Hause in der Steiermark in einem Café. «Wir haben viele Stammgäste, die oft auf stets demselben Kurs unterwegs sind und uns mit Namen ­begrüssen», erzählt sie. Dies und die gute Zusammenarbeit mit ihren Kollegen gefalle ihr besonders an der Tätigkeit auf dem Schiff, sagt die Quereinsteigerin, die ursprünglich Zahntechnikerin gelernt hat und mehr aus ­Zufall zu dem Job an Bord gekommen ist.

Zwei der Gäste von Ladreiter sind für diese Schifffahrt weit gereist: Alexander Reusser aus Luzern und seine Mutter Marianne Reusser aus Hilterfingen bei Thun. «Wir sind passionierte Schifffahrer und lieben es, auf den Seen der Schweiz unterwegs zu sein», sagen sie. Besonders der Zürichsee habe es ihnen angetan, da hier mit dem Dampfschiff Stadt Zürich ein Schwesterschiff der Blüemlisalp und der Lötschberg verkehre. Erstere ist auf dem Thuner-, Letztere auf dem Brienzersee unterwegs. «Wir fahren deshalb von Zürich über Rapperswil nach Erlenbach, wo wir in die Stadt Zürich umsteigen und zurück an den Bürkliplatz reisen.»

Im Winter Schlosser

Rund zehnmal länger als Nina Ladreiter ist Felix Locher im Dienst. Er steuert am Freitagmorgen das MS Limmat – und hat damit seine 32. Saison bei der ZSG begonnen. Wie alle Kapitäne hat Locher einen zweiten Beruf, den er den Winter über in der Werft ausübt. Er ist Schlosser und hat in den vergangenen Monaten vor allem an der Schiffsschale der Linth gearbeitet.

«Nun freue ich mich, dass ich wieder auf den See hinaus kann», sagt er. Seine Laufbahn als Kapitän hat er auf einem Limmatschiff begonnen, seit nunmehr 15 Jahren steht er am Steuer eines Motorschiffes. Schiffsmodell, Wetter, Wind und Verkehr auf dem See seien Faktoren, die die Fahrt jedes Mal anders gestalten würden. «Die Limmat hat einen gebogenen Rumpf, das macht sie ideal zum Wegfahren», sagt er – just in dem Moment, als er das Schiff vom Steg in Au weg in Richtung Männedorf dreht. Vier neue Passagiere hat er in Au bekommen. Diese erste Fahrt sei den Wetterverhältnissen entsprechend verlaufen: Das Wasser war ruhig, desgleichen der Besucheraufmarsch. «Die meisten Menschen verbinden einen Schiffsausflug mit schönem Wetter», sagt Conny Hürlimann. Dabei sei die Stimmung bei bedecktem Wetter besonders mystisch. Nicht gerade mystisch, aber auch reizvoll ist, wie nach der Abfahrt von der Au die Sonne zaghaft durch die Wolken drückt und sich als glitzernden Schein auf der Wasseroberfläche spiegelt. ()

Erstellt: 26.03.2016, 10:25 Uhr

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