Zürichsee

Ein Berufsleben auf dem Zürichsee

Ernst Riemensberger war über 42 Jahre für die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) als Kapitän auf dem Zürichsee unterwegs. Am Sonntag steuert der Oberriedner die MS Panta Rhei das letzte Mal über den Zürichsee. Danach geht er in Pension.

Ernst Riemensberger kommandiert am Sonntag das letzte Mal ein Schiff der ZSG. Markus Fröhlich

Ernst Riemensberger kommandiert am Sonntag das letzte Mal ein Schiff der ZSG. Markus Fröhlich

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Volle 42 Jahre und 6 Monate arbeitet Ernst Riemensberger bei der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG). In dieser Zeit arbeitet er sich vom Matrosen zum Dampfschiffkapitän hoch. Nun kommandiert er am Sonntag zum letzten Mal ein Schiff der ZSG. Danach geht Riemensberger vorzeitig in Pension.«Ich würde den gleichen Beruf wieder wählen», sagt der 64-Jährige. Die Schifffahrt habe ihn schon immer fasziniert. «In den letzten Jahrzehnten habe ich den See bei allen möglichen Wetter­situationen kennen gelernt.»

Prägendes Kindheitserlebnis

Der gebürtige Thalwiler, der heute mit seiner Frau Ursula in Oberrieden lebt, wuchs als Sohn eines SBB-Beamten in Zürich auf. Ein Kindheitserlebnis an der Riviera hatte den kleinen Ernst fasziniert und nie mehr losgelassen. Es war ein riesiges Passagierschiff, das aus dem Hafen von Genua Richtung Amerika ausfuhr. Von da an war dem Fünfjährigen klar: «Ich werde einmal Seefahrer.»

Nach der offiziellen Schulzeit absolvierte der junge Mann eine vierjährige Lehre als Maschinenzeichner. Bereits während der Lehrzeit studierte er die Anstellungsbedingungen der ZSG. Der See zog ihn an wie ein Magnet. Nach bestandener Prüfung reiste er während zweier Jahre in der Welt herum.

Am 1. Mai 1974 wollte er aber eine feste Anstellung und trat bei der ZSG eine Stelle als Matrose an. Schon nach einem Jahr begann er mit der Ausbildung zum Kassier. Es folgte die Limmatbootprüfung. Nun war Ernst Riemensberger auch als Verantwortlicher auf den Booten Uto, Albis und Tödi anzutreffen.

Einsitz in Geschäftsleitung

Fünf Jahre später durfte er nach erneut erfolgreicher Prüfung die ehemaligen Landischiffe Möve, Speer und Halbinsel Au, aber auch die anderen kleineren Einheiten Bachtel, Etzel und Ufenau selbstständig steuern. Bald folgten die mittelgrossen Motorschiffe Säntis, Glärnisch und Wädenswil. 1986 erreichte Ernst Riemensberger dann die höchste Stufe zum Führen der grossen Motorschiffe und mit Stolz bestand er auf der MS Limmat die entsprechende Prüfung. Zu dieser Schiffsklasse gehören auch die MS Linth und die MS Helvetia.

Ernst Riemensberger hatte sich im Laufe der Zeit auch kaufmännisches Geschick angeeignet. Darum berief ihn die damalige Leitung der ZSG anfänglich zu fünfzig Stellenprozent ins Büro als Verwaltungsbeamter. Daraus wurde in der Folge immer mehr. Bald wurde Riemensberger Chef vom kommerziellen Dienst und Leiter von Verkauf und Marketing. Vier Jahre sass er in der Geschäftsleitung. Um aber die Routine im Fahrdienst nicht zu verlieren, war er jederzeit bereit, bei Engpässen auch das Kommando auf den Schiffsbrücken zu übernehmen.

Nach der Gründung des ZVV erfolgte eine Reorganisation in der Verwaltung. Darum kehrte Riemensberger wieder vollständig in den Fahrdienst zurück. Nun war für ihn klar, dass er als Kapitän auch noch die höchste Stufe erreichen wollte: das Kommandieren der Raddampfer. Im Juni 2007 bestand er mit Bravour die Dampfschiffprüfung auf der DS Stadt Zürich. Dieser Dampfer und die MS Limmat, auf der er die Motorschiffprüfung bestanden hatte, sind bis heute seine Lieblingsschiffe geblieben.

Jetzt als Fahrgast unterwegs

Ernst Riemensberger ist auch schon längere Zeit Mitglied des Vereins Pro MS Etzel, welcher mit dem ehemaligen ZSG-Schiff Etzel private Unternehmensfahrten ausführt. Seit 2011 ist er Angestellter bei der Genossenschaft Etzel, wo er im letzten Jahr das Amt des Vereinskassiers übernommen hat. Hie und da wird er aber auch als Fahrgast auf den Zürichseeschiffen anzutreffen sein.
Abschiedsfahrt von Ernst Riemensberger: Sonntag, 23. Oktober, 12.10 Uhr. Start mit der MS Panta Rhei beimBürkliplatz zum Brunchschiff, Rückkehr um 13.15 Uhr. 13.30 Uhr: grosse Rundfahrt nach Rapperswil mit Ankunft um 15.20 Uhr. Rückfahrt um 15.30 Uhr. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 21.10.2016, 15:43 Uhr

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