Thalwil

Mit Fünfräpplern gegen den See-Fünfliber

Ab Sonntag gilt der Zuschlag von fünf Franken auf den Schiffen des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV). Eine Gruppe von Thalwiler Schülern der Kantonsschule Küsnacht ruft für Montag zu einem Aktionstag gegen die Sparmassnahme auf – von der sie sich besonders betroffen fühlen.

Wer mit einem Kursschiff auf dem Zürichsee und auf der Limmat unterwegs ist, muss künftig zusätzlich zu jedem Einzelbillett, Abo oder Generalabonnement einen Zuschlag von fünf Franken bezahlen.

Wer mit einem Kursschiff auf dem Zürichsee und auf der Limmat unterwegs ist, muss künftig zusätzlich zu jedem Einzelbillett, Abo oder Generalabonnement einen Zuschlag von fünf Franken bezahlen. Bild: Andreas Fässler

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«Wehren wir uns gemeinsam und kreativ gegen die Abbaumassnahmen!» Dies fordert eine lose agierende Gruppe von Thalwiler Schülern des Küsnachter Gymnasiums in einem Flugblatt. Mit den Abbaumassnahmen meinen sie zum einen die neusten Mehrkosten für Benutzer des öffentlichen Schiffsverkehrs: Den sogenannten Seezuschlag von fünf Franken pro Tag. Übermorgen Sonntag tritt er in Kraft. Für die meisten der zahlreichen Pendler, die auf ihrem Arbeits- oder Schulweg den See queren müssen, wird die Einführung erst mit Beginn der neuen Arbeitswoche spürbar werden. Deshalb rufen die Thalwiler Gymnasiasten für Montagmorgen zu einer Protestaktion auf.

Sparen auch bei der Bildung

Das eingangs erwähnte Kreative an ihrer Aktion soll sein, den Zuschlag mit Kleingeld zu bezahlen. «Bringt kleines Münz und soviele Fünfräppler wie möglich mit! Mal sehen, wie viele Foiferli sie auf dem Schiff verkraften», schreiben die organisierenden Schüler. Sie rechnen vor, dass ihnen der Schiffszuschlag im Jahr zusätzliche Kosten von 90 Franken bescheren würde. Soviel müssen sie für die Jahreszuschlagskarte zahlen; der Betrag gilt für Reisende bis 25 Jahren. Gäbe es das Abonnement nicht – tatsächlich hat der Regierungsrat dieses Angebot erst nachträglich beschlossen – müssten die Schüler den Zuschlag täglich entrichten. Damit würden sich ihre Ausgaben auf gut 975 Franken summieren. Viel Geld für sie und ihre Eltern, wie die Schüler schreiben.

Zum andern wollen sie allgemein auf die Kürzungsbemühungen des Regierungsrats aufmerksam machen. Diese betreffen neben dem öffentlichen Verkehr auch die Bildung – und damit einen weiteren Bereich, der in ihrem Leben eine besondere Rolle spielt.

Zeichen setzen hat Priorität

Gut 100 Thalwiler Jugendliche seien es, die für ihre Ausbildung an der Kantonsschule Küsnacht auf das Schiff angewiesen sind und deshalb den Zuschlag zahlen müssen, sagt einer der Organisatoren der Aktion vom Montag, am Telefon. Wieviele von ihnen tatsächlich mitmachen und den Seezuschlag mit Rappenmünzen begleichen werden, könne er derzeit noch nicht abschätzen.

Es sei ihm bewusst, dass die Aktion das Personal auf dem Schiff, trifft, indem sich das Einkassieren verlangsame und andere Passagiere ungeduldig werden könnten. Damit müssten Leute unter der Aktion leiden, die die Einführung der Mehrkosten nicht beschlossen haben. «Das liegt daran, dass der Regierungsrat seine Suppe nicht selber auslöffeln muss. Wir hoffen aber dennoch, mit unserer Aktion der Öffentlichkeit die Folgen der Sparmassnahmen des bürgerlich dominierten Regierungsrates bewusst zu machen», sagt der Organisator. Zudem werde gleichentags auch vor dem Kantonsrat protestiert.

Die Sprecherin der Zürcher Schifffahrtsgesellschaft (ZSG), Wiebke Sander, erklärte , dass eine Waage eingesetzt werde, um die Fünfräppler zu zählen. So wolle man verhindern, dass sich die Abfahrt verzögert. «Zudem planen wir allgemein in den ersten Tagen nach Einführung des Seezuschlags mehr Personal ein», sagt sie. Dieses habe einen Leitfaden zum Schiffzuschlag erhalten – und auch zum Umgang mit kritischen Fragen und Bemerkungen der Kundschaft. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.12.2016, 15:50 Uhr

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