Zürichsee

Schönes Wetter und abgeschaffter Fünfliber locken das Volk auf den See

Nach einem harten Jahr ist der Saisonstart der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft geglückt. Dass so kurz vor Ostern der ungeliebte Schiffszuschlag versenkt wurde, war wohl der ausschlaggebende Faktor.

Am Osterwochenende startete die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) in die Saison. Hier gehen Fahrgäste bei der Ufenau von Bord.

Am Osterwochenende startete die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) in die Saison. Hier gehen Fahrgäste bei der Ufenau von Bord. Bild: Sabine Rock

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Ein volles Schiff gabs zum Abschied von Kapitän Ernst Bosshard am Karfreitag. Gut gefüllt waren die Schiffe der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) aber auch am sonnigen Ostermontag, wenn es auch nicht Besucherrekorde gab, wie dies etwa im Zoo Zürich der Fall war.

Mediensprecherin Conny Hürlimann zeigt sich zufrieden mit dem Startwochenende, der Auftakt sei geglückt. Ein Vergleich mit anderen Saisonstarts sei zwar schwierig, da Ostern ja nicht immer am selben Wochenende ist. Mehr Gäste als im Vorjahr waren aber sicher auf den Schiffen der ZSG. Und: «Die Stimmung an Bord der Schiffe war gut», sagt Hürlimann. Auch das «schwimmende Osternest» MS Wädenswil habe am Sonntag und am Montag grossen Anklang gefunden.

Neben dem schönen Wetter nach dem langen Winter hat offensichtlich auch die Aufhebung des Schiffsfünflibers die Leute angelockt. Conny Hürlimann bestätigt, dass der Satz «jetzt wo dä Foifliber weg isch, chamer wieder ufs Schiff», öfters zu hören war. Dass diese Leute dann tatsächlich auch wieder aufs Schifff gingen, freue sie sehr, so Hürlimann. Der zusätzliche Batzen war offenbar ein Hinderungsgrund für viele Passagiere, die Schiffe auf dem Zürichsee zu nutzen.

Ob deswegen neben den Passagierzahlen auch die Einnahmen steigen, muss sich noch zeigen. In den Leserbriefspalten haben sich etwa häufig GA-Besitzer genervt, die auf anderen Seen gratis fahren konnten, aber auf dem Zürichsee fünf Franken zahlen mussten.

Sparpotenzial beim Tanken

Kommt mit den zusätzlichen Passagieren kein Geldsegen, muss die ZSG «die Ärmel hochkrempeln» wie es Volkswirtschaftsdirketorin Carmen Walker Späh (FDP) am Donnerstag formuliert hatte. Das ehrgeizige Ziel: Die Mehreinnahmen, die der Schiffszuschlag gebracht hat, rund zwei Millionen Franken, soll die ZSG nun erwirtschaften. Mit welchen Mitteln das erreicht werden soll, kann Conny Hürlimann noch nicht sagen. Sie bleibt vage: «Der Regierungsrat hat einige mögliche Felder genannt wie Effizienzsteigerung auf der Kostenseite oder eine nachfragegerechte Optimierung des Angebots. Wir werden dieses Thema nun anpacken».

Sparpotenzial wurde schon bei der Beschaffung des Diesels erkannt. Dieser Auftrag war jahrelang nicht öffentlich ausgeschrieben worden. Tatsächlich hat die ZSG bei der mobilen Betankung des Querfahrtenschiffs in Richterswil eine Möglichkeit erkannt. 10 000 bis 20 000 Franken könnten hier eingespart werden, so Hürlimann. Die Kosten würden laufend verglichen. Und die ZSG hat bei allen Händlern, die den Diesel Eco Speed anbieten, eine Offerte eingeholt.

Im übrigen sehe man die Haltung juristisch bestätigt. Ein Fachanwalt habe geprüft, ob die Beschaffung ausgeschrieben werden müsse. Gestützt auf WTO- und EU-Abkommen kam er zum Schluss, dass dies bei «Lieferung von Energie oder Brennstoffen für die Energieerzeugung» nicht nötig sei. Eine andere Weise der Beschaffung sei aber nicht ausgeschlossen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 03.04.2018, 17:04 Uhr

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