Zürichsee

VR-Präsident stellt sich klar gegen Ausgliederung

Geht es nach SVP-Kantonsrat Hans-Peter Amrein muss sich die ZSG ohne Unterstützung durch den ZVV beweisen. ZSG-Verwaltungsratspräsident Peter Weber stellt sich dagegen — betont aber die Notwendigkeit des Schiffszuschlags.

«Die ZSG gehört zum ZVV», sagt Verwaltungsratspräsident Peter Weber.

«Die ZSG gehört zum ZVV», sagt Verwaltungsratspräsident Peter Weber. Bild: Moritz Hager

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Wenn einige Seemeitli und -buben im Kantonsrat den Schiffszuschlag bekämpfen, können sie nicht auf die Unterstützung der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) zählen. Mehrfach schon hat Verwaltungsratspräsident Peter Weber betont, dass die ZSG hinter dem Entscheid des Regierungsrates, den Schiffsfünfliber einzuführen, steht.

Auch nach der montäglichen Debatte im Kantonsrat sagt Weber, der in der Au wohnt, der Entscheid sei zu respektieren. Auch wenn der Passagierrückgang bitter sei. Zusammen mit dem ZVV müsse daran gearbeitet werden, die Kunden trotz Zuschlag wieder auf die Schiffe zu bringen. So könne die «schöne Schifffahrt» in den Vordergrund gestellt werden. Der Verwaltungsratspräsident gibt sich pragmatisch. «Ich stehe dazu, dass der Kostendeckungsgrad der ZSG erhöht werden muss», sagt Weber.

Der Zuschlag sei verhältnismässig und das Schifffahren auf dem Zürichsee im Vergleich zu anderen Seen weiterhin günstig. Doch nun bringen vor allem SVP-Kantonsräte eine Ausgliederung der ZSG aus dem Zürcher Verkehrsverbund ins Spiel. Ein nicht ungefährliches Gedankenspiel für die Schifffahrtsgesellschaft. Denn der Kostendeckungsgrad liegt nur bei 37 Prozent. Den Rest finanziert der ZVV.

Peter Weber stellt klar: «Die ZSG gehört zum ZVV». Eine Ausgliederung sei für ihn kein Thema. Würde es so weit kommen, müsste das Unternehmen völlig neu aufgestellt werden. Klar wäre, dass sich der Tarif für eine Schifffahrt massiv verteuern würde, sagt Weber. Letztlich hält er es aber für übertrieben, aus der Debatte um den Schiffszuschlag eine Ausgeliederung der ZSG «herbeizureden».

Fakt ist jedoch, dass in der Debatte vom Montag mehrfach auf diese Möglichkeit hingewiesen wurde. Hans-Peter Amrein (Küsnacht) stellte gar im Namen der SVP einen entsprechenden Antrag. Was halten die weiteren Parteien, die sich für den Schiffszuschlag einsetzten, davon?

Gegen übereilte Aktionen

Christian Schucan (FDP, Uetikon) warnt vor «übereilten Aktionen». Er verweist auf die ausstehende Auswertung der Auswirkung des Schiffsfünflibers. Vorher könne man nicht sagen, ob der Zuschlag sein Ziel erreicht habe. Sollten dann die Resultate nicht stimmen, würden Regierung und ZVV auch in ihrem Interesse über die Bücher gehen, so Schucan. Allerdings seien die Folgen einer Ausgliederung heute nicht abschätzbar. «Da keine Grundlagen zur Verfügung stehen, um einen solchen Schritt zu beurteilen, kommt er für mich heute nicht infrage», sagt er. Dem ZVV stellt Schucan ein gutes Zeugnis aus. Dieser sei stets bestrebt, den Kostendeckungsgrad zu verbessern.

Judith Bellaiche (GLP, Kilchberg) verweist direkt an ihre Fraktionschefin. Barbara Schaffner (Otelfingen) will in den nächsten Jahren keine Hauruck-Übungen rund um ZSG und ZVV, also auch keine Ausgliederung. Die GLP sei bereit, ein gewisses Defizit über den ZVV abzudecken. «Das Ausmass der bisherigen Kostenunterdeckung — ohne Schiffszuschlag — war aber zu gross für einen Verzicht auf Massnahmen». (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 21.11.2017, 17:27 Uhr

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