Schiffahrt

Bundesrätin hält an Hornverbot auf dem Zürichsee fest

In einer Online-Petition verlangten über 8000 Personen von Bundesrätin Doris Leuthard, dass die Kursschiffe auf dem Zürichsee beim An- und Ablegen wieder hornen dürfen. Doch Leuthard hält am Verbot fest.

Die Schiffe auf dem Zürichsee dürfen beim An- und Abfahren nicht hornen – es sei denn, sie müssen vor einer Gefahrensituation warnen.

Die Schiffe auf dem Zürichsee dürfen beim An- und Abfahren nicht hornen – es sei denn, sie müssen vor einer Gefahrensituation warnen. Bild: Archiv Sabine Rock

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Aufregung war gross, als die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) im Juli vor einem Jahr ihre Tradition beenden musste. Das kurze Hornen beim An- und Ablegen der Schiffe wurde durch das Bundesamt für Verkehr (BAV) verboten. Das BAV reagierte damit auf die Lärmklage eines Seeanwohners aus Stäfa.

In derselben Gemeinde formierte sich daraufhin Widerstand: Der Stäfner Andreas Waber lancierte eine Online-Petition zum Erhalt des kurzen Schallsignals. Das Ziel von 8000 Unterschriften wurde vor wenigen Wochen erreicht. Im Juli hat Waber die Petition dann an Bundesrätin Doris Leuthard (CVP) geschickt.

Nun liegt die Antwort der BAV-Vorsteherin vor. «Ich sehe keine Möglichkeit, andere als die bereits zugelassenen Schallzeichen in der Schifffahrt einzuführen oder zu bewilligen», schreibt Leuthard. In anderen Worten: Das traditionelle kurze Hornen bleibt verboten.

Hornen wie auf der Strasse

Weiter heisst es in ihrer Antwort, dass «Schallzeichen – wie im Strassenverkehr – nur dann gegeben werden dürfen, wenn es die Sicherheit der Schifffahrt und der übrigen Benutzer erfordert.» Die Bestimmungen seien in der Schifffahrt international harmonisiert. Würde die Schweiz eigene Regeln erlassen, wäre dies nicht zweckmässig, schreibt die Verkehrsministerin.

Petitionär Andreas Waber hatte der Bundesrätin vorgeschlagen, auf dem Zürichsee ein Viertelsekunden langes Hornsignal zu bewilligen. Ein solches «Aufmerksamkeits-Signal» würde Badende, Pedalofahrer oder Freizeitkapitäne warnen, die sich in der Nähe von Anlegestellen aufhalten, so Wabers Auffassung. Doch Leuthard argumentiert, ein solches Zeichen stünde in Konkurrenz zum «kurzen Ton». Dieses Zeichen dauert circa eine Sekunde und bedeutet so viel wie «Ich richte meinen Kurs nach Steuerbord».

Keine Emotionen in Bern

Über die Antwort der Bundesrätin dürften die 8121 Unterzeichnenden wenig erfreut sein. Andreas Waber war für die Zürichsee-Zeitung gestern nicht erreichbar. Auf der Website der Petition brachte er seinen Unmut jedoch zum Ausdruck, indem er schrieb: «In Bern sieht man das Ganze völlig emotionslos und man schert sich keinen Deut um Tradition.» (zsz.ch)

Erstellt: 03.08.2018, 17:03 Uhr

Artikel zum Thema

Jetzt soll die Bundespräsidentin das Hornen erlauben

Zürichsee Die Gegner des Hornverbots versuchen Bundespräsidentin Doris Leuthard zu überzeugen. Eine Online-Petition soll sie dazu bringen, den Entscheid des Bundesamtes für Verkehr aus Sicherheitsgründen zu überdenken. Mehr...

Eine Gesetzesänderung zum Hornen tut not

Leitartikel Philippa Schmidt zur Tatsache, dass die Kursschiffe auf dem Zürichsee beim An-und Ablegen nicht mehr hornen dürfen. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare