Zürichsee

Kantonsrat dürfte nicht an Schiffzuschlag rütteln

Auf dem Zürichsee Zonen schaffen statt den geplanten Schiffzuschlag von fünf Franken einführen: Der Kantonsrat hat am Montag ein SP-Postulat mit dieser Forderung als dringlich erklärt.

Längere Vergnügungsfahrten sollen auf dem Zürichsee teurer werden, als der kurze Arbeitsweg. Das fordern drei Kantonsräte vom Regierungsrat.

Längere Vergnügungsfahrten sollen auf dem Zürichsee teurer werden, als der kurze Arbeitsweg. Das fordern drei Kantonsräte vom Regierungsrat. Bild: Keystone

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Wer mit einem Kursschiff der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft (ZSG) auf dem Zürichsee und auf der Limmat unterwegs ist, muss künftig zusätzlich zu jedem Einzelbillett, Abo oder Generalabonnement einen Zuschlag von fünf Franken bezahlen. Der Zuschlag ist eine Massnahme der Leistungsüberprüfung 16 (Lüp 16) und wird auf den nächsten Fahrplanwechsel umgesetzt.

Dies wollen die SP-Kantonsratsmitglieder Rosmarie Joss (Dietikon), Felix Hoesch (Zürich) und Ruedi Lais (Wallisellen) rückgängig machen. In einem Postulat fordern sie als Alternative zu einem Seezuschlag Zonen auf dem Zürichsee, analog den Zonen an Land.

Der Regierungsrat soll sich im Verkehrsrat dafür einsetzen. Um die Pendler zu entlasten, könnten die Anlegestellen in der Stadt Zürich und die Anlegestellen für schnelle Querverbindungen in ihren Ursprungszonen belassen werden, heisst es im Postulat.

Nach Ansicht der Postulanten ist der Zuschlag ein Fremdkörper im einheitlichen Tarifsystem des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV). Noch anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums habe der ZVV «ein Ticket für alles» als grosse Errungenschaft gefeiert, sagte die Erstunterzeichnerin Rosmarie Joss.

Kaum Chancen für eine Kehrtwende

Diesem Anliegen kam der Rat mit 109 Stimmen nach. Nötig für eine Dringlicherklärung waren 60 Stimmen. Der Regierungsrat hat nun fünf Wochen Zeit, dazu Stellung zu nehmen. Anschliessend wird der Kantonsrat über eine Überweisung des Vorstosses entscheiden.

Dass das Postulat auch tatsächlich überwiesen wird, ist allerdings unwahrscheinlich. FDP und SVP signalisierten bereits, dass sie den Vorstoss ablehnen werden.

Im Gegensatz zur FDP stimmte die SVP der dringlichen Behandlung zu. «Als Seebub ist es mir ein grosses Anliegen, dass dieser unsinnige Vorstoss möglichst bald versenkt wird», sagte Jürg Trachsel. Das Postulat sei «reichlich gewagt, ja illusorisch».

Unterstützt wurde die SP von CVP, BDP und AL. Das Thema Schiffzuschlag sei sehr emotional, sagte Lorenz Schmid (CVP, Männedorf). «Alle Argumente sollten deshalb auf den Tisch kommen.» Das Postulat nehme nichts vorweg.

Gerhard Fischer (EVP, Bäretswil) erinnerte daran, dass Seezonen in der Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (KEVU) eingehend diskutiert worden seien, wegen der Nachteile jedoch verworfen worden seien. «Wir sehen deshalb keine Möglichkeit, das Postulat zu unterstützen.»

Robert Brunner (Grüne, Steinmaur) schliesslich wies darauf hin, dass der Entscheid zugunsten des Schiffzuschlags im Verkehrsrat bereits gefallen sei, «also gibt es auch keine Dringlichkeit». (far/sda)

Erstellt: 22.08.2016, 10:54 Uhr

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