Zürichsee

«Albis» bleibt ausser Betrieb

Das ­Motorschiff Albis, das vor drei Wochen gegen den Steg von Küsnacht fuhr, liegt auf dem Trockenen. Auch wenn die Reparaturen bis ­Ende ­Mai abgeschlossen sind, bleibt die Wiederinbetriebnahme ungewiss.

Am Bug des Unfallschiffs klafft eine Lücke, der gesamte Vorderteil des MS Albis wird derzeit in der Werft in Zürich-Wollishofen erneuert.

Am Bug des Unfallschiffs klafft eine Lücke, der gesamte Vorderteil des MS Albis wird derzeit in der Werft in Zürich-Wollishofen erneuert. Bild: David Baer

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Der schwerste Unfall eines Schiffes der Zürichsee-Schifffahrts­gesellschaft (ZSG) seit Jahrzehnten wird von mehreren Spezia­listen aufgearbeitet. Die Spital­ärzte betreuen nach wie vor die beim Aufprall gegen den Schiffsteg in Küsnacht am 20. April ­gestürzte und im Gesicht schwer verletzte Passagierin. Der durch heisses Frittieröl verbrühte Koch konnte hingegen gestern das Spital verlassen, wie ZSG-Sprecherin Conny Hürlimann mitteilt. Die übrigen acht Verletzten unter den rund 60 Fahrgästen sind bereits früher aus der ärztlichen Behandlung entlassen worden.

Ganzer Bugbereich erneuert

In der ZSG-Werft in Zürich-Wollishofen sind Facharbeiter dar­an, den ramponierten Bug des Motor­schiffes Albis zu reparieren. Das 42 Meter lange und 160 Tonnen schwere Schiff liegt vor der Halle auf dem Hebe­dock. «Die weisse Aussenschale im Bugbereich wird ersetzt», erklärt Conny Hürlimann. Auch die Scheuerleiste, der Bug­wulst, Mast und Festbeleuchtung werden erneuert.

«Alles, was sich vorne am Schiff befindet», fasst die ZSG-Sprecherin zusammen. Gegen Ende Mai seien die Arbeiten abgeschlossen. Die erste Schadenschätzung von 230 000 Franken habe sich als ­genau erwiesen.

Technischer Defekt oder nicht

Doch das MS Albis wird nicht ­sofort wieder in Betrieb gesetzt. Das Schiff müsse erst von den ­Behörden freigegeben werden. Das Steuerhaus ist wegen der Abklärungen zur Unfallursache von der Staatsanwaltschaft versiegelt worden. Denn nach wie vor ­offen ist, ob die Kollision mit dem Steg auf einen technischen Fehler oder auf menschliches Versagen zurückzuführen ist.

Dazu sagt Donat Welti von der Medienstelle der Staatsanwaltschaft Zürich: «Grundsätzlich wird abgeklärt, ob ein technischer Defekt am Schiff zum ­Unfall geführt haben könnte.» Bis wann das Schiff seitens der Untersuchungsbehörde wieder vollständig freigegeben wird, sei ungewiss.

Hochsaison steht bevor

«Wir hoffen, dass wir das Schiff schnell wieder einsetzen können, denn ab Juni beginnt ­unsere Hochsaison», sagt dazu Conny Hürlimann. Derzeit hat der Ausfall der Albis noch keinen Einfluss auf den Kursfahrplan. Unter der Woche verkehren die ZSG-Schiffe nach dem leicht reduzierten Frühlingsfahrplan. Am Wochenende hingegen sei die ­Flotte schon am Anschlag, wie der Mutter­tag gezeigt habe.

Immerhin fährt das im letzten Juli durch Bodenkontakt beschädigte Dampf­schiff Stadt Rapperswil seit zwei Wochen wieder. Und die Generalsanierung des Motorschiffs Linth wird pünktlich zum 1. Juni ebenfalls abgeschlossen sein. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.05.2016, 16:58 Uhr

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