Zürichsee

Entscheid gegen Obersee-Rundfahrt fiel schon im Frühling

Ab 2018 befährt nur noch ein Kursschiff täglich den Obersee. Die Gemeinden wollen die zweite Rundfahrt nicht mehr mitfinanzieren. Der Zürcher Verkehrsverbund bezeichnet den Wegfall als ein «Nullsummenspiel».

Die Zürichsee-Schifffahrt kämpft seit der Einführung des Schiffszuschlags mit sinkenden Passagierzahlen. Der Entscheid die zweite Obersee-Rundfahrt zu streichen sei jedoch,  unabhängig der Einführung des Schiffsfünflibers, bereits im Frühjahr gefallen.

Die Zürichsee-Schifffahrt kämpft seit der Einführung des Schiffszuschlags mit sinkenden Passagierzahlen. Der Entscheid die zweite Obersee-Rundfahrt zu streichen sei jedoch, unabhängig der Einführung des Schiffsfünflibers, bereits im Frühjahr gefallen. Bild: Manuela Matt

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Innerhalb von fünf Jahren haben die Gemeinden am Obersee ihre Meinung geändert. 2012 verlangten sie noch nach einer zweiten Obersee-Rundfahrt ab Rapperswil und bezahlten dafür. Jetzt stornieren sie ihre Bestellung beim Zürcher Verkehrsverbund (ZVV). In Zukunft absolviert nur noch ein Schiff am Nachmittag die Rundfahrt bis Schmerikon.

Langes Verfahren

Zuletzt berappten Rapperswil-Jona, Freienbach, Lachen und Schmerikon 150 000 Franken für diese Leistung. Das sind rund drei Fünftel der Kosten, welche die tägliche Vormittags-Rundfahrt pro Jahr verursachte.

Die Gemeinden begründen ihren Rückzug vom teilfinanzierten Schiffsangebot mit der geringer gewordenen Nachfrage. Die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) und der ZVV legen Wert auf die Feststellung, dass die schwindenden Fahrgastzahlen bei der Obersee-Rundfahrt nichts mit dem Schiffsfünfliber zu tun haben. «Die tiefen Passagierzahlen und die Kosten für das Angebot sind bei den Bestellergemeinden schon länger ein Thema», sagt Stefan Kaufmann, Mediensprecher des ZVV.

Das bestätigt ZSG-Sprecherin Conny Hürlimann: «In der April-Sitzung der Agglo Obersee haben die Teilnehmer entschieden, den Anliegergemeinden zu empfehlen, den auslaufenden Vertrag mit dem ZVV nicht zu verlängern.» Dieser Empfehlung sind die Obersee-Gemeinden gefolgt.

Jenseits des Verbundangebots

Dass es noch fünf Monate dauerte, bis diese Entscheidung publik wurde, hat Verfahrensgründe. Die Frist zur Vertragsverlängerung lief erst Ende Juli aus. Als diese verstrichen war, entwarf die ZSG einen neuen Fahrplan. Für diesen läuft die Rekursphase erst in diesen Tagen aus.

Die abzuschaffende Rundfahrt ist kein Teil des ordentlichen Verbundangebots im ZVV. «Darum werden die Kosten für solche Kurse und Linien in der Regel grösstenteils von den bestellenden Gemeinden getragen», erklärt Stefan Kaufmann.

Kaum Auswirkung auf ZSG

Den Wegfall der Rundfahrt bezeichnet er aus finanzieller Sicht als «Nullsummenspiel, da die Kosten jeweils durch die Betreibergemeinden beglichen werden». Über Ticketeinnahmen ausschliesslich für die Obersee-Rundfahrt liegen dem ZVV «auf die Schnelle keine Zahlen vor», fügt Kaufmann hinzu.

Die ZSG spürt das Minderangebot kaum, wie Medienprecherin Wiebke Sander erklärt: «Die ZSG erhält infolge des Wegfalls ein minimal geringeres Leistungsentgelt vom ZVV.» Keine Konsequenzen habe der gestrichene Obersee-Kurs für das ZSG-Personal. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.09.2017, 16:14 Uhr

Schiffstege

Kein Exklusivrecht für die ZSG

Die Oberseegemeinden prüfen zurzeit ein alternatives Angebot für die Schifffahrt im Obersee. Da stellt sich die Frage, ob auch andere Schiffe als von der ZSG die Anlegestellen benützen dürfen.
Wiebke Sander, Mediensprecherin der ZSG erklärt die Besitzverhältnisse und Nutzungsrechte: «Alle Schiffstege - mit Ausnahme der Insel Ufenau und der Halbinsel Au - gehören den jeweiligen Gemeinden.

Die ZSG als konzessioniertes Transportunternehmen hat stets Vortritt. Wird der Schiffsteg seitens ZSG nicht benutzt, können alle privaten Bootsbetreiber den Steg anfahren.» (ckn)

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